Niclas Grabowski

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ADVANCED INSIDER

Wohnt in Berlin

Qyper seit 21.12.2007

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Letzte 5 Bewertungen

Sankt Oberholz (07.01.2009) ••••

Das erste Mal war ich an einem Vormittag hier und der Gastraum sah aus wie eine Verkaufsausstellung für Kinderwagen. Heute war ich das zweite Mal hier. Und gegen Mittag sah es diesmal hier aus wie in einem Appleshop. Mehr schöne, weiße Notebooks als bei Gravis am Ernst-Reuter-Platz.

Man sagt, dass früher ganze Romane in Cafes geschrieben wurden. Denn dort war es geheizt, was in Wohnungen vor hundert Jahren noch nicht immer der Fall war. Heute kommen die Leute wohl eher wegen des kostenlosen WLANs. Aber sie sitzen und schreiben hier mit ihren Notebooks wie die Schriftsteller in den Cafes der alten Zeiten. Selbst Strom wird hier bei Bedarf zur Verfügung gestellt. Dafür muss man dann auch ein ständiges Kommen und gehen ertragen, das immer wieder die kalte Luft eines Januartages in den Laden trägt.

Bestellen muss man hier an der Theke. Zu den üblichen Getränken gibt es dann noch leckere Kleinigkeiten. Das Fladenbrot mit Schafskäse, Honig und etwas Pfeffer war für ein so einfaches Gericht einfach großartig. Der Grüne Tee dagegen aus dem Teebeutel dagegen war nicht die beste Wahl. Aber das Oberholz hat ja für die meisten Gäste das Zeug zum Stammcafe, und so hat man ja genug Zeit, die persönlichen Highlights zu ermitteln.

Eigentlich hätte ich ganz gerne eine Filiale bei mir direkt nebenan.

risotto (08.01.2009) •••••

Sollte man über ein Restaurant schreiben, das von einem Mitglied des eigenen Freundeskreises eröpffnet worden ist? In dem man sogar selbst als Heimwerker dilletieren durfte? Also: Wen die ungleichmäßige Lackierung des gelben Brettes an der Theke stört, kann sich beim hier Schreibenden beschweren. Aber keine Sorge: Ansonsten habe ich hier nur die Küche geputzt, und darin bin ich gut.

Glücklicherweise brauche ich nicht die Freundschaft zu Karsten zu ruinieren. Als Gast war ich heute hier und wie erwartet war es gut. Das RisOtto konzentriert sich auf ein einziges Produkt, was dann auch in hoher Qualität angeboten wird. Und zumindest als Fastfood ist dieses Produkt auch eine neue, kreative Idee. Denn wer hat schon einmal ein Restaurant gesehen, das sich ausschließlich auf Risotto spezialisiert?

Das Risotto hier wird mit frischen Produkten gemacht. Vier verschiedene Varianten werden angeboten. Deshalb kann man auch wählen. Zwischen Varianten mit Fleisch, Fisch und mit ausschließlich vegetarischen Bestandteilen. Im Gegensatz zur ersten Erwartung kann Risotto also durchaus vielfältig sein. Die Zubereitung funktioniert hier schnell, es dauert nur wenige Minuten, ehe man sein Gericht auf dem Tisch stehen hat. Man bestellt an der Theke, bekommt es dann wenig später an einen der Stehtische geliefert. Dazu Wasser, Limonade, Säfte oder Wein, und schon kann man auch den Nachmittag im Büro gut überstehen. Denn Risotto macht satt. Und es schmeckt nach etwas. Die frischen Kräuter in der Showküche sind nicht nur zur Dekoration da. Sie werden auch eingesetzt.

Schon zwei Tage nach der Eröffnung ist es hier mittags recht voll. Das führt zu gelegentlichen, kleinen Wartezeiten. Zeigt aber auch, dass hier ein Erfolgsrezept geboren wurde. Daher bin ich auch auf eine schlecht lakierte Holzplatte eigentlich recht stolz.

RISTORANTE IL TEATRO (06.01.2009) ••••

Eigentlich einer der üblichen Italiener, die man überall findet. Mit solider aber etwas langweiliger Küche und gutem, freundlichen, aber etwas zu routiniertem Service. Am ehesten fällt einem noch der günstige Mittagstisch auf, der zwischen sechs und neun Euro für Vorspeise und einfaches, aber leckeres Hauptgericht kostet. Dabei stehen dann gleich ein halbes Dutzend Hauptgerichte zur Auswahl.

Der Hit hier ist aber ohnehin die Aussicht. Direkt auf das Wasser, das zu dieser Jahreszeit teilweise gefroren ist. Und dahinter hat man dann einen wunderbaren Blick auf den Park des Schlosses Babelsberg.

Viele Gäste werden hier wegen des nahen Theaters eher bei Dunkelheit landen. Ich empfehle den Besuch doch vor allem bei Tageslicht. Das lohnt sich.

Maskworld.com (02.01.2009) •••••

Ich bin in Berlin geboren. Hier wirkt Preußen nach. Und deshalb kann ich mit Verkleidungen eigentlich auch nichts anfangen, schon garnicht, wenn diese Verkleidung an einen bestimmten Tag im Kaldender oder gar einen Verein gebunden ist. So können mir die Aktivitäten der Rheinländer in dieser Stadt nach wie vor gestohlen bleiben. Wer also für Fasching oder ähnliches ein Kostüm braucht, kann hier auch gut einkaufen, wird mir aber immer fremd bleiben.

Allerdings kann es auch jenseits davon etwas sehr stilvolles haben, sein Gesicht mal nicht zu zeigen. Besteht das Leben nicht ohnehin aus vielen Masken, die wir anderen zeigen, um unser wirkliches Ich dahinter zu verstecken? Die Venezianer, erfolgreiche Händler, kultivierte und internationale Großstädter seit mindestens tausend Jahren, haben aus der Maskierung eine Kunst gemacht. Und deshalb stammen noch heute die wohl schönsten Masken, die das Gesicht mehr oder weniger verbergen, aus Venedig. Filme wie Eyes Wide Shut spielen mit diesen Masken. Man beachte: Diese Masken verstecken nicht nur. Sie liefern in der Regel gleich eine neue Persönlichkeit mit.

Maskworld hat in Berlin wohl die größte Auswahl von venezianischen Masken. Im Internet gibt es tatsächlich noch eine etwas größere Auswahl als im Laden an der Oranienburger Straße. Ich rate aber dennoch dringend dazu, die Maske vor dem Kauf zu probieren. Nicht jede Maske passt zur Gesichtsform. Und in einer Maske, die gut passt, fühlt man sich im Verlauf eines langen Abends doch deutlich wohler.

Zoologischer Garten (27.12.2008) ••••

Will man zu Knut, dann nimmt man am besten den Eingang am trostlosen Hardenbergplatz, geht geradeaus, wobei man sich eher schräg links hält. Man sollte aber besser nicht vom Weg abkommen, und auch nicht voreilig den Hinweisschildern auf die anderen Eisbären folgen. Denn dann stellt man plötzlich fest, dass der Weg zu Knut hier einfach nicht ausgeschildert ist. Das, und die Tatsache, dass ein richtig großer Eisbär im Berliner Zoo das viel schönere Gehege hat, zeigt schon, dass sich einige Verantwortliche hier mit dem Rummel um Knut etwas schwer tun.

Und ja, es gibt wirklich noch vieles andere hier zu sehen. Mein persönlicher Höhepunkt ist denn auch nicht der etwas ungewaschen wirkende Knut, sondern ein Panda, der sich wie ein Mensch sitzend über zwei Äpfel hermacht und dabei eine Ruhe ausstrahlt, die eines Buddhas würdig wäre. Und da hätten wir noch das Löwenmännchen, das allen Berliner Prolls so zeigt, wie man den Lieblingsspruch wirklich aufsagen muss. Boooaah. Mit Bass. Aber so richtig.

Sonst fällt einem hier auf, dass man Wildtiere vielleicht doch nicht vernünftig im Haus halten kann. Gerade Antilopen duften doch extrem. Und viele Raubtiere bewegen sich nur in einem winzigen Umkreis um die Tür des Geheges, was schon recht manisch wirkt. Wartet man auf den Wärter des Gefängnisses? Will man raus? Glückliche Tiere sehen anders aus.

Auf der anderen Seite gibt es dann zwei lieb miteinander knutschende Elefanten zu sehen, fast so wie in den Tierfilmen von Disney. Man schlingt die Rüssel umeinander. Man reibt sich die Seiten. Man teilt liebevolle Stöße mit dem Kopf aus. Auch mit fünf Tonnen Gewicht kann ein Tier wahnsinnig süß sein. Eine Elefantenerektion, dass bleibt den vielen Kindern hier aber glücklicherweise doch erspart. Denn gerade auch für menschliche Männchen soll der Anblick ja etwas einschüchternd sein.


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