Wieckenberg
- Bildung » Kochschulen in Hamburg
- Restaurants » Europäisch / Gourmet / Mediterrane Restaurants in Hamburg
- Restaurants in Hamburg
Öffnungszeiten: Montag bis Sonntag: 11.00 - 23.00 Uhr
Adresse: Eppendorfer Weg 98, 20259 Hamburg
Tel: 040 72962149
Website: www.wieckenberg.com
Letzte 5 Bewertungen
barneybeyond (06.01.2009) •••••
Ich war gestern zum ersten Mail im Wieckenberg, und es hat alles gestimmt.
Das Essen war perfekt (Vorspeisen: Gratinierter Ziegenkäse und der marinierte Lachs; Hauptspeisen: Fasan und Steinbutt). Sehr gute Kombination der Zutaten und genau richtig gegart bzw. zubereitet. Mein offener Wein (Grüner Veltliner) war auch sehr gut. Werde versuchen, den auch mal für zu Hause zu bekommen.
Der Service war sehr nett und zuvorkommend, wobei die gestrige Auslastung auch keine echte Belastungsprobe war (Montagabend nach dem Feiertags-Marathon).
Mir gefällt die Atmosphäre des Restaurants. Es ist eher schlicht und kühl gehalten. Die ganze Aufmerksamkeit soll dem Essen gelten. Wer es kuschelig barock mag, sollte eben woanders hingehen. Und das sieht man auch schon von außen.
Fazit: Hervorragendes Preis-/Leistungsverhältnis. Ich gehe bestimmt wieder hin.
elbstar (05.01.2009) •••••
ich möchte mich nicht zu lang auslassen wie eine der vorgängerinen, aber auch ich muss dem negativem beitrag zu 100% zustimmen.
ich war vor ein paar wochen im wieckenberg und bin leider auch etwas entäuscht. aufgrund seiner guten vorgeschichte erwartet man sicher mehr.
das essen war geschmacklich im normal bereich, augenscheinlich nett, wärmeverhältniss sehr lau, der service eher schlecht und unaufmerksam, (die servicekraft schien mir etwas schlecht gelaunt und hatte auch eher lust sich mit den kollegen zu unterhalten).
das ambiente ist wie bereits gesagt wurde, eher was für einen latte, aber keineswegs für einen dinnerabend.
am allerschlimmsten empfand ich aber das publikum im restaurant…ich möchte mich dazu auch gar nicht weiter
äussern…ausser vielleicht…dies ist kein restaurant für familien und menschen zwischen 18 und 45.
also, absolut nicht empfehlenswert.
tom-hamburg (18.11.2008) •••••
...das schönste am wieckenberg ist die süsse blonde mit dem tuch in den haaren - ich glaube fast dass ich mich verliebt habe!!!
marson (16.11.2008) •••••
Tolle Gerichte zu fairen Preisen!!! Netter Sevice und gemütliches Ambiente! Meine Nr.1 in Hamburg!!!
Kann mich meiner Vorrednerin überhaupt nicht anschließen und halte ihre Bewertung in hohem Grade für überzogen.
Cyona (06.10.2008) •••••
Für unseren ersten Hochzeitstag wollten mein Mann und ich uns etwas ganz Besonderes gönnen. Da wir uns mit den Restaurants in Hamburg noch nicht gut auskannten, haben wir den Qype-Bewertungen vertraut und uns unter diversen Gourmet-Restaurants für das “Wieckenberg” in Eppendorf entschieden.
Leider kann ich mich den vielfachen Belobigungen nicht
anschließen.
Man betritt das Restaurant durch einen kleinen Vorraum, in
dem eine Speisekarte ausgestellt ist. Vom Vorraum ins
eigentliche Restaurant geht es durch einen sperrigen roten
Samtvorhang, der eher an ein Hinterzimmer eines zwielichtigen
Etablissements erinnerte. Dann standen wir mitten im
Restaurant - und blieben auch erst einmal stehen, weil sich
das Personal hinterm Tresen keinen Schritt rührte. Die Damen
warteten geruhsam ab, bis mein Mann an die Theke ging und
unsere Reservierung meldete. Dann wurden wir zum Tisch
geführt.
Sich hinzusetzen war für mich schon ein kleines akrobatisches
Kunststück, ganz zu schweigen vom Aufstehen, da ich keinen
Stuhl, sondern einen Platz auf einer in die Wand integrierten
Lederbank nehmen konnte, die sich etwa in 40cm Höhe befand,
und in die man nochmal einsank - eher etwas für Kinder. Zudem
stand der Nachbartisch auch nur ein paar Handbreit entfernt
von uns, sodass man sich beim Toilettengang auch garantiert
gestoßen hat.
Größen- und einrichtungstechnisch erinnerte uns der Raum
sofort an eine (nicht sehr aufwendig) umgebaute Kneipe.
Der Blick durch die riesigen Fenster traf auf ein Baugerüst,
dahinter der Pennymarkt - gut, für die Lage kann man nichts,
aber edel ist es nicht.
Um dem Lokal etwas vom typischen Schanzen-Chic zu verleihen, sind die Fensterbänke mit Leder gepolstert und mit großen Sitzkissen ausgestattet - wohl damit man hier auch mittags schön seinen Latte Macchiato schlürfen kann. Dadurch hatten wir eher eine Kneipenatmosphäre statt Candle-Light-Dinner-Romantik.
Der Boden ist mit weißen Küchenfliesen ausgelegt, was dem
Ganzen die Gemütlichkeit einer Fleischerei verleiht. Außerdem wurde trotz 7°C Außentemperatur NICHT geheizt - ich saß
direkt an den eisigen Heizkörpern - sodass ich während des
gesamten 2-stündigen 4-Gänge-Menüs vor Kälte vor mich hin
geschnattert habe.
Der Blick in die offene Küche ist Geschmackssache, als
Minuspunkt kann man das sicherlich nicht ankreiden. Wohl
aber, dass es in diesem Gourmetrestaurant nicht einmal
Tischtücher gibt - und die wären angesichts der vekratzten,
schmutzigen Tische wirklich angebracht gewesen.
Der Service war abgesehen von der mangelnden Aufmerksamkeit bei unserem Erscheinen in Ordnung, höflich und schnell. Das war allerdings auch kein Kunststück, da wir die einzigen Gäste des Abends waren und die Damen zu zweit.
Etwas störend empfand ich, dass ein Mann, der anscheinend zum Personal gehörte, mit Jeans und Shirt ständig vor den
Fenstern, im Restaurant und an der Theke herumschlich und das Personal teils an der Theke stand, uns während des Essens
beobachtete und dabei tuschelte und lachte. Meines Erachtens
nach passt solch ein Verhalten nicht in ein gehobenes
Restaurant.
Nun zum Essen.
Wir hatten das Überraschungs-4-Gänge-Menü bestellt.
Preislich war es für 30€ absolut akzeptabel, die Portionsgrößen waren durchschnittlich, wir sind auf jeden Fall satt geworden.
Zur Eröffnung bekamen wir als “kleinen Küchengruß” je ein
Spießchen mit Kaninchenfleisch und dazu etwas pürierten
Tomaten - eine nette Geste. Dazu gab es hausgemachtes
Kümmelbrot mit gesalzener Butter. Kümmel ist Geschmackssache, meinen trifft es nicht, aber das Brot war frisch, das Kaninchen zart, und das Tomatenpüree aromatisch.
Danach ging es über zur Vorspeise: Gebratene Jakobsmuscheln
mit mariniertem Kürbiskraut, Mangostücken und Shisokresse mit
Schokoladenessigsauce. Die Muscheln waren einwandfrei, sie
hatten eine sehr herzhafte Kruste und waren perfekt
angebraten. Das Kürbiskraut war in Ordnung, die Mangowürfel
rundeten das Ganze geschmacklich gut ab. Ein absoluter
Fehlgriff hingegen war die Blattkresse mit dem
Schokoladendressing. Letzteres war wässrig und eine
geschmackliche Katastrophe; es passte weder zu den Muscheln, noch zum Balsamicoessig, mit dem es vermischt war.
Als Zwischengang hatten wir Sushi-Thunfisch vom Grill,
Balsamico-Perlzwiebeln sowie Kürbsiravioli mit Vanillesauce.
Gebettet war der Thunfisch auf Rosenkohl.
Der Thunfisch war äußerst delikat, sehr gut gewürzt, herrlich
frisch und sehr saftig. Besonders gut schmeckten dazu die
Perlzwiebeln, auch wenn es eine Herausforderung war, sie in
den Mund zu bekommen. Abstoßend fand ich die Rosenkohlköpfe. Rosenkohl wurde zu Recht in den meisten
Feinschmeckerrestaurants seit ca. 20 Jahren von den
Speisekarten verbannt; wenn ich Rosenkohl, Sauerkraut,
Eintopf oder Ähnliches essen möchte, kann ich mich auch bei
meiner Großmutter zum Mittagessen einladen oder in eine
gutbürgerliche Kneipe gehen. Ich finde es eine Zumutung,
Rosenkohl nun als schickes Trendessen vorgesetzt zu bekommen, nur weil man Vanillesauce darüber gekippt hat.
Von der Rosenkohl-Kürbisravioli-Vanille-Kombination wurde mir
leider buchstäblich schlecht.
Als Nächstes kam der Hauptgang: Karree vom spanischen
Ibéricoschwein, Steckrübe mit Limone und Parmesan-Trüffelkrapfen.
Dieser Gang wurde vom Koch persönlich serviert und sah sehr
appetitlich aus. Wir waren erfreut, diese Hauptgangvariante
zu bekommen, da wir schon im Voraus auf der Speisekarte das
Ibéricoschwein entdeckt und darauf gehofft hatten.
Noch bevor wir uns über das ansehnliche Stück Fleisch
hermachten, wollten wir jedoch den Parmesan-Trüffelkrapfen
probieren, der zunächst einmal einfach aussah wie eine große
Krokette. Erwartungsvoll bissen wir jeder in unsere “Krokette” - und verzogen das Gesicht. Meinem Mann und mir kam zeitgleich derselbe Gedanke: der Krapfen schmeckte schlichtweg nach Gas. Ich kann den Geschmack nicht anders beschrieben, als mit dem Aroma, das von einem Gasherd ausströmt. Auch der zweite Anlauf mit etwas Sauce brachte keine neuen Erkenntnisse, sodass wir den Krapfen stehen ließen - er war einfach nicht herunterzubekommen.
Das Schwein war hingegen hervorragend, sehr saftig, außen
kross und innen schön rosig - natürlich auch bedingt durch
die ohnehin einfach phantastische Fleischsorte.
Auch die dunkle Sauce, die liebevoll um den Tellerrand herum
plaziert war, schmeckte köstlich - leicht und würzig.
Die Rüben-Limonen-Beilage schmeckte herzhaft-süßlich und war an sich eine gelungen Ergänzung - leider aber in eine
merkwürdige, dicke helle Sauce getränkt, die mich eher an
Broccolicremesuppe erinnerte und das ganze Geschmackserlebnis zerstörte - wieder war da die Assoziation mit Eintopf von Oma. Die letzten Bissen musste ich tatsächlich mit meinem Getränk herunterspülen - etwas, was ich zuletzt als Kind gemacht habe.
Nach dem Hauptgang war mir wirklich übel, was nicht an der
Menge des Essens lag, sondern einfach an den immer wieder
auftauchenden cremig-eingedickten Gemüsebeilagen. Schade!
Wirklich phantastisch war der Nachtisch.
Hier gab es nichts, aber auch gar nichts auszusetzen - es war
eine echte geschmackliche Gourmeterfahrung.
Serviert wurde uns Nougatmousse, Cassis Crème Brulée,
Bananensorbet sowie Granatapfel.
Die Crème Brulée war noch warm, die Kruste schön knackig, wie
es sein soll. Die Crème war unglaublich ausgewogen, süßlich
mit einer Note Vanille, ohne wirklich süß zu sein -
erfrischend säuerlich, ohne richtig sauer zu sein. Das
Bananensorbet war herrlich fruchtig; besonders köstlich war
die Kombination mit den knackigen Pistaziensplittern, die
darüber verteilt waren. Wenn man dann in die Granatapfelstückchen biss, durchflutete
einen tatsächlich eine wohligen Gänsehaut angesichts des
famosen fruchtig-süß-säuerlichen Knabbererlebnisses.
Die Nougatmousse war überraschend herb, ein perfekter
Gegenpol zum süßen Bananensorbet, gekrönt von einem
Karamellscheibchen. Ein Gedicht!
Zwischen den Gängen bekamen wir neues Besteck gereicht.
Angemessen wären eher anständige Gläser gewesen, mein
Weinglas war blind vor Spülflecken - so klappt’s bestimmt
nicht mit dem Nachbarn.
Einen Pluspunkt kann man für die Dekoration der Speisen und
deren farbliche Abstimmung geben - schade, dass dieselbe
sorgfältige Liebe zum Detail nicht auch auf das gesamte
Restaurant und die Tischdekoration ausgeweitet wird.
Die Toiletten sind sauber, aber nicht ansprechend - keine
Dekoration, was ich auf Damentoiletten für selbstverständlich
halte - nur zwei einfache winzige Toilettenkabinen und ein
sehr kleiner Vorraum mit einem Spülbecken und (immerhin!)
Frotteetüchern. Außerdem fehlte auf meiner Toilette das Papier. Man mag mich für pedantisch halten, doch
gerade in dieser Einzelheit spiegelt sich für mich der ganze
Stil des Restaurants wieder: in den einfachsten Anforderungen
ungenügend, aber dem Ganzen wird ein Krönchen der
Exklusivität aufzusetzen versucht.
Warum diese Kontraste? Warum wird mein riesiger
Designerteller liebevoll mit den interessantesten
Geschmackskompositionen garniert, aber gereicht wird mir das
von einer Dame in Arbeitskleidung auf Coffeshop-Niveau? Wieso
führt ein Restaurant mehrere kostspielige Champagnersorten
auf der Weinkarte, unternimmt aber zur Schaffung einer
gemütlichen Atmosphäre nichts weiter, als ein Windlicht
anzuzünden?
Atmosphärisch ist dieses Restaurant eine Beleidigung für
jeden, der sich zum Essen gehen fein anzieht, da ist es bei Starbucks romantischer.
Die Grenzen des guten Geschmacks waren spätestens zu dem
Zeitpunkt weit überschritten, als aus den Musiklautsprechern
Marius Müller-Westernhagens “Sexy” dröhnte, gefolgt von R’n’B
aus den Charts - mein Mann meinte treffend, es würde nur noch Radiowerbung fehlen. Ich bin wirklich kein Mensch, der zum Essen Bach und Beethoven herausholt, aber wenn ich schon in ein Restaurant gehe, das sich selbst zur Gourmetküche zählt, dann sollte man zumindest eine Lounge-, Jazz- oder Klassik-CD abspielen können und keine Radiomusik der 90er.
Kurzfassung:
Preise akzeptabel, Atmosphäre grausig. Als Mittagstisch im
Alltagsoutfit möglich, als romantisches Dinner ein Desaster!
